Im Spannungsfeld zwischen Drogenpolitik und Drogenprävention
Legaler Cannabisanbau - Gefahr oder Chance?
Zielgruppe: Studenten, Lehrer, Journalisten, Politiker, weitere Interessierte und Multiplikatoren aus Bayern und der Tschechischen Republik auf dem Gebiet der Euregio Egrensis
Termin: 2.-4. Juli 2010
Beginn: Freitag mit dem Abendessen um 18:00 Uhr /
Ende: Sonntag um 14:30 Uhr
V poli napětí mezi drogovou politikou & drogovou prevencí
Seminarprogramm
der tschechischen Anti-Drogen-Behörde: Die Sicht der tschechischen Polizei
14:30 Ende
Worum geht es?
Tschechien entkriminalisierte zum Beginn des Jahres den Anbau geringer Mengen von Hanf-Pflanzen zum Eigengebrauch.
In Deutschland, insbesondere Bayern wird der Eigenanbau von Hanf weiter gnadenlos verfolgt. Schon bei relativ geringen Vergehen winken Gefängnisstrafen.
Im europäischen Raum ist die Cannabispolitik recht unterschiedlich. Eine so weitgehende Duldung des Eigenanbaus gibt es sonst nur noch in Belgien (eine Pflanze), aber auch in den Niederlanden und Spanien wird der Anbau in kleinen Mengen zumindest "geduldet".
Pro: Einige sehen in dieser Entwicklung große Chancen, die Kriminalisierung tausender Cannabiskonsumenten zu beenden und die negativen Auswirkungen des Schwarzmarktes einzudämmen.
Contra: Anderen macht diese Entwicklung Angst.
Werden bald noch viel mehr Menschen, insbesondere
Jugendliche, anfangen zu kiffen? Wird in Tschechien vermehrt Cannabis produziert und exportiert werden? Wird die neue Regelung in den Grenzregionen spürbar sein?
Viele weitere Fragen schließen sich an, die in den Vorträgen des Seminars geklärt werden sollen. Wir möchten mit diesem Seminar einen Beitrag leisten zur "Aufklärung", ohne eine eigene Position zu beziehen. Die Teilnehmenden sollen sich durch das Seminar ihr eigenes Bild machen können. Folgende Facetten sollen beleuchtet werden:
Vorträge/Themen/Schwerpunkte
- Cannabispolitik international
Was tut sich in der internationalen Cannabispolitik? Schwerpunkt USA und Europa
- Cannabis als Medizin
Da der Cannabisgebrauch in vielen Ländern, vor allem für schwer kranke Patienten, erleichtert wird (mittlerweile auch in Deutschland), soll geklärt werden, welchen medizinischen Nutzen Cannabis tatsächlich hat.
Diskussion zum Thema - mehr...
- Auswirkungen des Cannabiskonsums (Schwerpunkt Jugendliche)
Wie viele Cannabiskonsumenten bekommen gesundheitliche Probleme, werden abhängig, sozial auffällig?
- Welche Bedeutung hat der Cannabiskonsum für Jugendliche? Warum kiffen sie?
Wie erkennt man, dass ein Jugendlicher Cannabis konsumiert und wann ist das ein ernsthaftes Problem?
- Prävention des Cannabiskonsums
Was soll Prävention erreichen? Abstinenz oder verantwortungsvollen Umgang? Welche verschiedenen Präventionsprojekte gibt es und welche sind wirksam und sinnvoll? Wäre eine Legalisierung von Cannabis oder die Erlaubnis für den Eigenanbau ein Rückschlag oder Hindernis für die Prävention?
- Politische Rahmenbedingungen
Welche Auswirkungen hat das Verbot von Cannabis?
Erreicht es sein Ziel, den Konsum zu reduzieren? Welche ungewollten Nebenwirkungen gibt es? Wie kriminell sind die Händler? Was bedeutet der Schwarzmarkt für die Konsumenten?
- Legalisierung?
Wie könnte die viel diskutierte Legalisierung von Cannabis aussehen? Verkauf im Supermarkt an alle? In Apotheken? Verschreibung vom Arzt wie bei Heroin für Schwerstabhängige?
Welche Risiken und welche Chancen stecken in den Modellen?
- Eigenanbau
Wie weit ist der Eigenanbau von Cannabis verbreitet und wie funktioniert das? Ist der legale Anbau weniger Pflanzen zur Selbstversorgung der goldene Mittelweg zwischen Verbot und Legalisierung?
- evtl. Exkursion nach Tschechien
"Besuch bei jemandem, der von der neuen Regelung Gebrauch macht und 3 Pflanzen für den Eigengebrauch anbaut – und der erzählt, warum er das macht, wie das mit dem Anbau so läuft, was Cannabiskonsum für ihn bedeutet, was er von der neuen Regelung hält."
Referenten:
Wilhelm Rogler, KHK, Kriminalpolizeiinspektion Hof - K 4 / Prävention -
Dipl. Soziologe Moritz Rosenkranz, Institut für Interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung (ISD), Hamburg
Georg Wurth, Geschäftsführer Deutscher Hanfverband, Berlin
CSU Bayern, Drogenpolitischer Sprecher (angefragt)
Polizei der Tschechischen Republik, Prag / Nationale Antidrogenzentrale Oberst Ing. Petr Koci
Ablauf
Während des Seminars werden verschiedene Referenten sprechen. Insgesamt stehen 24 Plätze zur Verfügung. Das Seminar wird gedolmetscht (deutsch-tschechisch).
Teilnehmerbeiträge
Dieses Seminar wird von der Euregio Egrensis gefördert. Geplant sind Teilnehmergebühren in Höhe von 30,00 Euro für deutsche Teilnehmer bzw. 10,00 Euro für tschechische Teilnehmer incl. Unterkunft im Doppelzimmer (ggf. 3-Bett-Zimmer, alle Zimmer mit Dusche/WC) & Verpflegung für 2 Tage (Beginn Freitag mit dem Abendessen um 18:00h, Ende Sonntag nach dem Mittagessen).
Anmeldung
Anmeldungen (und Nachfragen) richten Sie bitte formlos und mit Angabe der Kontaktdaten und ggf. Institution per E-Mail an: info@burghohenberg.de
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Anmeldeschluß ist der 30. April 2010.
aktuell (23.04.2010): aufgrund des regen Interesses kann es sein, dass wir Ihre Anmeldung auf eine Warteliste setzen müssen.
(11.06.2010): Das Seminar ist ausgebucht

Stefan János Wágner
Bildungsreferent / Seminarleitung
Kontakt...
14:30 Ende
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"Kafka, Karlsbrücke, Kiffen..."








