Burg Hohenberg

Die Burg Hohenberg

eine großzügige Anlage

Unsere Bildungs- und Begegnungsstätte Burg Hohenberg ist vielseitig. Informieren Sie sich über die verschiedenen Möglichkeiten für Ihren Aufenthalt.

Bei uns können Sie günstig Tagen, Übernachten & Speisen!

  • Seminarhaus / Vorburg
    mit vielen Einzel- und Doppelzimmern mit Dusche/WC und Seminarsälen für Tagungen und Konferenzen
  • Fürstenhaus
    mit Einzel-, Doppel- und Mehrbettzimmern, tw. mit Dusche/WC mit verschiedenen Gruppenräumen

 

Es bieten sich verschiedene Optionen Ihren Aufenthalt zu gestalten:


Im Ländereck Sachsen-Böhmen-Bayern, in dem die "Euregio Egrensis" als Kern der Zusammenarbeit dieser Länder entstanden ist, liegt das Städtchen Hohenberg an der Eger. Das sogenannte Sechsämterland mit Marktredwitz als Zentrum gehörte früher zum historischen Egerland. Einstmals war Hohenberg die Wiege der nordostbayerischen Porzellanindustrie.

Die trutzige, turmbewehrte Burg des Markgrafen von Eger ist heute Jugendherberge, Schullandheim und Bildungsstätte. Die Burg ist ein romantischer Ort, an dem sich jung und alt in geschichtsträchtiger Atmosphäre erholen, lernen und weiterbilden können.

Die Burganlage - Wo unsere Gäste wohnen...
Auf der Burg Hohenberg werden vier verschiedene Gebäude für Unterkünfte genutzt. Die Jugendherberge umfasst das Fürstenhaus, den Torturm und den Gefängnisturm. Die Vorburg mit gehobenerem Standard,  beherbergt unser Jugendgästehaus mit einem modernen Seminarsaal. Die einzelnen Gebäude stellen wir Ihnen vor im Menüpunkt Burganlage.

Guido-Rotter-Jugendherberge:

Schon 1960 erhielt die Burg Hohenberge den Namen Guido-Rotter-Jugendherberge, womit es folgende Bewandtnis hat: Guido Rotters Idee, im damals schon beliebten Wander- und Reiseidyll, dem böhmisch-schlesischen Riesengebirge 1884 in Ober-Hohenelbe (heute: Horejsi Vrchlabi) die erste Studentenherberge zu errichten, erwies sich für die damalige Zeit geradezu als bahnbrechend. Der vor 150 Jahren geborene Guido Rotter stammte aus einer Textilfabrikantenfamilie in Grulich/Adlergebirge und übernahm nach dem Studium in Prag die elterliche Niederlassung in Hohenelbe/Riesengebirge. Aus seiner Studentenzeit wusste er nur allzu gut um die Bedürfnisse damaliger reiselustiger Kommilitonen, die im Gegensatz zu den Handwerksgesellen auf der Walz keine sog. „Herbergen zur Heimat“ vorfanden.

Lesen Sie hier den ganzen Artikel: Guido-Rotter-Jugendherberge von  Hans Jürgen Rettinger (Heimleiter der Burg Hohenberg von 1974 -1989)

Geschichte der Burg Hohenberg

Die hoch über dem Egertal gelegene Burg Hohenberg war nach der Plassenburg ob Kulmbach die wichtigste Festung im hohenzollerischen Markgraftum Brandenburg-Kulmbach-Bayreuth und sicherte den einst verkehrstechnisch und strategisch wichtigen Paß von Schirnding, der den Zugang von der Fichtelgebirgshochfläche zum Egerer Becken und damit nach Böhmen vermittelte. Die Burg entstand in staufischer Zeit im Zusammenhang mit der Sicherung der Reichsburg Eger; der Ortsname erscheint erstmals 1222 mit einem als Urkundenzeugen auftretenden „Berchtoldus de honberg". Um 1300 gelangte Hohenberg an die Burggrafen von Nürnberg, die ihre ältesten Erwerbungen im Egerland im Amt Wunsiedel/Hohenberg zusammenfassten. Der erste burggräfliche Amtmann auf Hohenberg, Rüdiger v. Sparneck, erscheint jedoch erst 1341. Gut hundert Jahre später, im Jahr 1433, verteidigte Hans v. Kotzau Hohenberg gegen die Hussiten. Beim Einfall der Böhmen im Jahr 1462 zündete der Egerer Beckenknecht Haußner einen Turm der Burg Hohenberg an. Die heutige Burg Hohenberg entstand in ihren wesentlichen Teilen (Ringmauer, Rundtürme) in der Zeit um 1480. In den Jahren 1499 und 1504 wird vom Bau der heute sogenannten Vorburg berichtet. In den Jahren 1621 und 1622 ließ Markgraf Christian mächtige, mit sieben Bastionen versehene Erdwälle um die Burg schütten, die noch mit Palisaden zusätzlich befestigt wurden. Diese Vorkehrungen nützten allerdings wenig, als im Juni 1632 kaiserliche Truppen den Paß von Schirnding einnahmen, das „Grenzhaus Hohenberg" eroberten und drei Jahre lang besetzt hielten. Nach dem Dreißigjährigen Krieg verlor die Burg Hohenberg an strategischer Bedeutung. Markgraf Christian Ernst errichtete 1666 das sogenannte „Fürstenhaus", ein als Jagdschloß genutztes Gebäude mit einem angebauten Küchentrakt und einem Wohnhaus für den Amtmann. 1945 wurden mit einem großen Teil des Ortes Hohenberg auch Teile der Burg, namentlich die Vorburg, der Torturm und der Storchenturm durch amerikanischen Artilleriebeschuß zerstört. Heute dient die Burg Hohenberg als Jugendherberge und Begegnungs- und Tagungsstätte des Sudetendeutschen Sozialwerks.

Ort und Burg Hohenberg waren bis 1799 mit dem Privilegium einer „kaiserlichen Freistätte" ausgestattet. Vier steinerne Säulen (jetzt im Burghof zu sehen) standen an den Eingangswegen des Ortes und grenzten einen Schutzbereich ab. Gelang es Rechtsbrechern, den Schutzbereich zu erreichen, standen sie im Asyl des Kaisers und waren zunächst frei von Verfolgung.

Die Markgrafschaft Ansbach-Bayreuth kam 1791 zum Königreich Preußen. Nach vorheriger vierjähriger französischer Besetzung gelangte der Ort und die Burg 1810 zum Königreich Bayern.

Seit 1936 gehörte die Burg dem NS-Lehrerbund und war Landschulheim. Am Ende des Zeiten Weltkriegs im April 1945 fielen einige Wehrtürme, die Vorburg sowie ein Drittel des Ortes dem Beschuss amerikanischer Truppen zum Opfer, als SS-Truppen den Ort verteidigten. 1951 begann der allmähliche Wiederaufbau durch den bayerischen Staat.


Geschichte rund um die Burg

Im Jahr 1526 wurde der deutsche Kaiser Ferdinand I. von Habsburg König von Ungarn und Böhmen. Unter der Herrschaft der Habsburger, die bis 1918 dauerte, war die Geschichte Böhmens eng mit der Österreichs verbunden. Während der Reformation (1517-1648) bekämpften die katholischen Habsburger erbittert die immer stärker werdende protestantische Bewegung in Böhmen. Ein Zwischenfall, der als Prager Fenstersturz in die Geschichte eingegangen ist, war unmittelbarer Auslöser für den Dreißigjährigen Krieg (1618-1648). Bei diesem Zwischenfall warfen aufgebrachte Teilnehmer eines Protestantentages zwei kaiserliche Statthalter aus einem Fenster des Hradschin. Nach der Schlacht am Weißen Berg im Jahre 1620 wurde die Herrschaft der Habsburger wiederhergestellt. Es folgte eine erbarmungslose Verfolgung der Protestanten. Zudem wurden den Tschechen sämtliche nationalen Privilegien entzogen. Deutsch wurde als Staatssprache durchgesetzt. Die Reformen von Joseph II. (Regierungszeit 1765-1790) führten zu einem Wiedererstarken des tschechischen Nationalismus. Obwohl ein Aufstand der Radikalen (Prager Pfingstaufstand) im Jahre 1848 rasch niedergeschlagen werden konnte, hielt der Kampf für die tschechische Autonomie innerhalb des Königreiches Österreich-Ungarn weiter an. Mit dem Zusammenbruch des Reiches und der Gründung der Tschechoslowakei im Jahre 1918 wurde Böhmen eine Provinz der neuen Republik.

Die Entstehung der Burg Hohenberg hängt mit der Sicherung der Reichsburg Eger zusammen. Eine wichtige Aufgabe erfüllte sie als Grenzfeste zur Deckung des Schirndingpasses.
Den ersten sicheren Hinweis auf die Burg enthält eine Urkunde aus dem Jahre 1222, in der erstmals ein Bertholdus de Honberg erwähnt wird, der sich als reich begüterter egerländischer Ministeriale nach seiner Hauptburg Hohenberg nennt.

Einer seiner Nachkommen, Konrad, genannt Künzel von Hohenberg, hatte das königliche Burglehen bis 1285 inne.

Zum Schutze der Burg wurde auf dem "freien Berg" Hohenberg in zwei Burggütern, deren Inhaber zur Burghut verpflichtet waren, und in einer kleinen dörflichen Siedlung eine besonders bevorrechtete Mannschaft ansässig gemacht.
Aus dieser Burgkolonie entwickelte sich der spätere Marktort.Burg und Siedlung waren Mittelpunkt eines Herrschaftskomplexes, von dem aus das politische und wirtschaftliche Leben bis weit in das Fichtelgebirge hinein bestimmt wurde.
Burgwerkspflicht hatten u.a. die Stadt Arzberg und das Dorf Schönnbrunn bei Wunsiedel in Hohenberg zu leisten. Burgkornorte waren zu Naturallieferungen nach Hohenberg verpflichtet.

Nach dem Aussterben der Herren von Hohenberg wurde das Burglehen 1285 von König Rudolf von Habsburg an den hohenzollerischen Burggrafen Friedrich III. von Nürnberg vergeben, der bereits 1248 durch den Erwerb Bayreuths zum westlichen Nachbarn des Egerlandes geworden war.

Als im Jahre 1322 Stadt und Land Eger zur Entschädigung für gewährte Wahlunterstützung und insbesondere Waffenhilfe in der Schlacht bei Mühldorf als Reichspfand durch Kaiser Ludwig den Bayern an den Böhmenkönig Johann von Luxemburg verpfändet wurde, blieben sie weiter im Besitz der Veste Hohenberg. Sie bauten Hohenberg zum Sitz eines Verwaltungsamtes innerhalb der neuerworbenen Gebiete im Röslautal und der späteren sogenannten Sechsämter aus und setzten als Amtmänner Angehörige der Adelsgeschlechter der Umgebung ein wie z.B. die von Seckendorff, von Kotzau oder von Schirnding.

Das Amt und Gericht Hohenberg sollte gemäß einer alten Tradition nach der Stadt Wunsiedel vor anderen Städten, Märkten und Flecken der Sechsämter den Vorzug haben. Bis 1504 war das Amt in Personalunion mit dem Amt Wunsiedel vereinigt. Bei der Teilung der beiden Ämter entstanden aus den vorherigen fünf Ämtern die sogenannten Sechsämter als Verwaltungseinheit. Das Amt Hohenberg umfaßte nunmehr die Gegend um Hohenberg, Arzberg und Höchstädt bei Thiersheim mit einer Fläche von ca. 20 qkm. Dem Amt standen adelige Hauptleute vor, deren Tätigkeit sich auf militärische Befehlsgewalt, Wahrung der landesherrlichen Rechte im Justizwesen, Beaufsichtigung der Freistatt Hohenberg ( d.h. innerhalb eines durch vier Säulen gekennzeichneten Gebietes genoß ein Verfolgter Rechtsschutz bis zum Ausgang seiner Sache) und der Regulierung von Grenzzwischenfällen des Brandenburgischen und Egerer Gebietes erstreckte.

1613 wurden innerhalb der Sechsämter neun Richterämter geschaffen und zum Oberamt Wunsiedel vereinigt. Hohenberg und Arzberg erhielten ihr eigenes Richteramt mit selbständigen Richtern bzw. Verwaltern, die bis 1799 im Amt standen. Während des Dreissigjährigen Krieges, in dem das Land bis 1631 neutral blieb, wurde Hohenberg von vielen Durchzügen der Kriegsparteien betroffen. Die Burg Hohenberg war in dieser Zeit mit etwa 200 Soldaten belegt.

Von 1631 bis 1635 verbündete sich die Markgrafschaft mit den Schweden und für das Sechsämterland begann eine Schreckenszeit. Hohenberg wurde 1632 nach vergeblicher Verteidigung des Schirndinger Passes von den kaiserlichen Truppen eingenommen. Bis 1635 hatte die Burg eine Besatzung von 100 Mann. Das gesamte Umland bis nach Hof mußte nach Hohenberg Abgaben leisten und notfalls Geiseln stellen.

Die Landesherrschaft wechselte danach mehrfach, wobei die Markgrafschaft Ansbach-Bayreuth 1791 zum Königreich Preußen und 1810 nach vorheriger vierjähriger französischer Besetzung zum Königreich Bayern gelangt war. Seit 1936 war die Burg Schulungsburg des NS-Lehrerbundes und Landschulheim. Bei den Kampfhandlungen im April 1945, als SS-Truppen den Ort zu verteidigen versuchten, fielen einige Wehrtürme, die Vorburg sowie etwa ein Drittel des Ortes dem Beschuß der amerikanischen Truppen zum Opfer.

1951 begann der allmähliche Wiederaufbau durch den bayerischen Staat. Seit 1955 hat das Sudetendeutsche Sozial- und Bildungswerk e.V. die Burg gepachtet und betreibt dort ein Schullandheim, eine Jugendherberge und eine Bildungsstätte.

Weiterführende Informationen mit Literaturempfehlungeerhalten Sie u.a. hier.